Oldtimer-Premiere in Unterroth

Augsburger Allgemeine
Unterrot Treffen 2013

Oldtimer-Premiere in Unterroth
Zur Raritäten-Schau der Feuerwehr kommen rund 40 Fahrzeuge
Mit der ersten Oldtimer- Ausstellung in Unterroth hatten Daniel Dreier und seine Feuerwehrkameraden – nicht zuletzt selbst Raritätensammler – mal etwas ausprobiert. Der Erfolg gibt ihnen recht, denn am gestrigen Sonntag, stellten Liebhaber rund 40 historische Fahrzeuge am Bergenstettener Weg zur Schau. Zu den Modellen mit Geschichte zählte ein „argentinischer Lanz“ ebenso wie eine Industriezugmaschine der Firma Wieland.
Oldtimer-Freaks kamen bis aus Dillingen oder Uttenweiler bei Biberach, sodass die Mühe der Veranstalter belohnt wurde. Wegen des Regens hatten sie ein Zelt aufgestellt, und die Wohnwagengäste durften wegen der nassen Wiese aufs Areal des Sägewerks ausweichen. Zu sechst etwa waren ein paar Freunde in drei Hanomags samt Wohnanhänger aus Dieterskirch bei Uttenweiler angereist. Die Strecke von etwa 60 Kilometern legten sie in zwei Stunden zurück, im überdachten, aber nach drei Seiten offenen zweisitzigen Führerhaus. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, sagen Paul Aßfalg und Simon Schenzle über die unwirtlichen Reise-Konditionen.
Mit Zugmaschine und Wohnmobil auf große Fahrt
Den ersten Hanomag hatte der heute 26-jährige Michael Schenzle vor Jahren gekauft, inzwischen ziehen sie zu sechst mit drei Zugmaschinen dieser Marke im Sommer von einem Treffen zum anderen. Am weitesten angereist, wenngleich als „Schrotthaufen“, ist die in Argentinien gebaute Kopie eines „Lanz“ mit dem Namen „Pampa“, Baujahr 1952. Als gelernter Landmaschinenschlosser haben Anton Dreier aus Unterroth und Sohn Florian sich das vom Wüstensand vergrabene Wrack kommen lassen und zum Glanzstück herauspoliert. 1000 Arbeitsstunden stecken in der blau und rot lackierten Maschine, die einmal so begehrt war und mit allen Spritarten, sogar Zuckerrohrdestillat, gefahren ist. Gleich neben der Kopie ist das Lanz-Original ausgestellt, Baujahr 1949, und in Bestitz von Toni Hatzelmann aus Oberroth.
Eine weitere Rarität aus Unterroth stellt der „Bauernschlepper“ der Marke Deutz mit Baujahr 1949 dar. Als Experte weiß Anton Dreier, dass diese Zugmaschine noch bis 1939 mit drei Gängen gebaut wurde und somit vom Typ vielleicht das älteste Ausstellungsstück in Unterroth ist. Gute Dienste habe die Maschine auch als Heupresse mit Riemenantrieb geleistet. „Sie war unkaputtbar, wie es so schön heißt“, erinnert sich Dreier.
Aus den ähnlich aussehenden Fabrikaten sticht Alfred Rotts blaugrüne Industrie-Zugmaschine der Firma Wieland hervor. Charakteristisch für ihre einfache Bauweise ist, dass sie nur ein Vorderrad besitzt, auf deren Achse auch eine Plattform für den Motor angebracht ist. Beim Lenken dreht sich der ganze Aufbau mit. Erst nach dem Krieg gab es eine Vorschrift, die den nachträglichen Einbau von Bremsen verlangte. Selbst ein Exemplar der Weißenhorner Traktoren-Firma Gutter, welche nur in begrenzten Stückzahlen produzierte, war vertreten.
Im Gegensatz zu den Schau-Objekten leistet der rote MC Cormick von Gerhard Petritsch aus Christertshofen und Mitglied der Uschertsgrüner Traktorenfreunde noch wichtige Dienste beim Holzmachen. Das gute Stück stammt von 1966. Ebenso ausflugstauglich ist Werner Ritters Zweirad der Firma DKW. Vor 25 Jahren hat sich der Unterrother mit dem Kauf seinen Motorradwunsch erfüllt und rattert bis heute mit Frau und 100 Sachen über Land.
Von Regina Langhans

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