Rollendes Traktoren-Museum

Unterroth entwickelt sich zum Treff für Bulldog-Sammler Von Regina Langhans

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Die Feuerwehr Unterroth hatte vor einem Jahr eine Schau alter Löschfahrzuge initiiert – und in der zweiten Auflage am Pfingstwochenende großartiges Wiedersehen gefeiert: 75 rollende Museumsstücke und über 20 Übernachtungsgäste, die bereits am Vortag mit ihren Campinganhängern angereist waren, hatten sich auf der Wiese an der Bergenstettener Straße niedergelassen. Darunter gab es wieder wahre Raritäten zu bewundern, wobei eine Feuerwehrleiter von 1926 aus dem Besitz der Unterrother Wehr das älteste Exponat darstellte.

„Die wurde nur deshalb nicht rausgeschmissen, weil sie im hintersten Eck gestanden hat“, erzählt Daniel Dreier schmunzelnd. Von den anwesenden Kameraden kann sich niemand erinnern, wann sie zuletzt in Betrieb war: „Bestimmt 40 Jahre nicht mehr oder länger.“

Feuerwehr-Vorsitzender Dreier zieht eine positive Bilanz: „Das Organisationsteam freut sich über die große Beteiligung und auf eine insgesamt breite Unterstützung wie beim Dorffest.

Unter den Fahrzeugen konnte die IVO-Zugmaschine von Alfred Rott, die im Werksverkehr bei Wieland im Einsatz war, mit einem Zylinder, elf PS und Baujahr 1936 den Altersrekord halten. Und an Auffälligkeit wegen der ausgebleichten roten Lackfarbe kaum zu übertreffen war der Lanz-Bulldog von Stefan Marz, Baujahr 1947 mit 25 PS. Der Feinmechanikermeister aus Unterroth hatte den Nachkriegsbau, der mangels einheitlich gefärbter Teile nur großteils rot ist, absichtlich im Original belassen, zumal sogar noch die Reifen von anno dazumal sind: „Mit neuem Lack wäre er nur halb so viel wert. Das Rot ist typisch für seine Zeit.“ Die Lanzfarbe sei Schwarz oder Blau gewesen, war aber nach dem Krieg vergriffen. Marz hat das gute Stück aus erster Hand erworben, ein wenig repariert und kennt den ganzen Kaufhergang: „Bezahlt wurde in Naturalien, mit Schweinen und einer Kuh.“

Ein Flugzeugschlepper der Marke Hanomag ATK eines Sammlers aus Pless stellte eine weitere Besonderheit dar. Angereist war der Freundschaftsverein Dieterskirch mit acht Hanomag-Traktoren, einem „Fendt“ und einem „Allgaier“. Oder die Bulldog-Freunde Ochsenhausen, die mit einer, aus allerlei Teilen zusammengebauten fahrenden Bierbank gekommen waren.

Die Schau wurde von einem aufgehängten Bulldog der Marke Hela, zwölf PS, überragt, der Alexander Maidl aus Untereichen gehört. Mit der nötigen Hebebühne half eine Jedesheimer Firma aus. Das Treffen der Ungetüme blieb unfallfrei, doch als sich die Dieterskircher auf den Heimweg machten, hatten sie einen Platten. Glücklicherweise gibt es einen Landmaschinentechniker am Ort, der aushelfen konnte.

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